Bezirksverband Warburg

Bruderschaftstag 2011 in Muddenhagen

„Finanzkrise – Wirtschaftskrise – Staatenkrise: Was ist passiert und wie geht es weiter?“

Bezirks- und Diözesankönig Uwe Riese aus Altenheerse, Muddenhagens Schützenoberst und Brudermeister Joachim Dürdoth und Bezirksbundesmeister Gerd Schlüter aus Gehrden (v. l.). FOTO: AUGUST WILHELMS

VON AUGUST WILHELMS

Muddenhagen/Warburger Land. Zu ihrem jährlichen Bruderschaftstag waren die zwölf örtlichen Vorstände des Bezirksverbandes Warburg im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften in Muddenhagen zusammengekommen.

Mit einem gemeinsamen Festhochamt, zelebriert vom Bezirkspräses der Schützen, Pfarrer Werner Lütkefend (Borgentreich), in der St.-Sturmius-Kirche zu Muddenhagen begann die Tagung. Unter der musikalischen Begleitung des Musikvereins Bühne marschierten die Abordnungen zur Bergwaldhalle. Dort begrüßten der gastgebende Brudermeister und Schützenoberst Joachim Dürdoth sowie der Bezirksbundesmeister Gerd Schlüter (Gehrden) die 120 Schützenoffiziere aus dem Altkreis Warburg.

Ein besonderer Gruß galt dem Tagungsreferenten Birger Kriwet (Ossendorf), dem stellvertretenden Bürgermeister Bernhard Kösters (Borgentreich), dem amtierenden Bezirks- und Diözesankönig Uwe Riese (Altenheerse) und dem ehemaligen Bezirksbundesmeister Rudolf Breker (Warburg).

Ein Höhepunkt: Günter Bömelburg aus Muddenhagen wurde mit dem Hohen Bruderschaftsorden ausgezeichnet. Bezirksbundesmeister Gerd Schlüter überreichte ihm die Auszeichnung. Der vielen auch als Musiker bekannte Banker Bömelburg ist seit langem Geschäftsführer und Schriftführer der St.-Sturmius-Schützenbruderschaft Muddenhagen.

Seit 30 Jahren gehört der 54-Jährige der Schützenbruderschaft des kleinen Bergdorfes an. 1990 war er Schützenkönig, 2000 wurde ihm das silberne Verdienstkreuz der Historischen Schützenbruderschaften für sein großes und vielseitiges Engagement verliehen.

Inhaltliches Schwerpunktthema dieser Tagung war „Finanzkrise – Wirtschaftskrise – Staatenkrise: Was ist passiert, und wie geht es weiter?“. Referent war Birger Kriwet vom Vorstand der Vereinigten Volksbank (bisher Volksbank Warburger Land), selbst Schütze und im vergangenen Jahr König in Ossendorf.

Kriwet machte den interessierten Schützen die gegenwärtige Lage auf den Finanzmärkten deutlich. „Wir sind einer Situation, die sehr schwierig ist“, stellte er gleich zu Beginn seiner Ausführungen fest. Mit der Pleite von Lehman Brothers im Jahre 2008 sei die Wirtschaftswelt ins Wanken geraten, im Dominoeffekt seien unaufhaltsam die weiteren Auswirkungen gefolgt. Kriwet: „Staaten retten die Banken, Staaten retten die Konjunktur, Staaten müssen gerettet werden – und letztlich bleibt die Frage, wer kann eigentlich wen retten?“ In einem „Sündenkreislauf“ zeigte Bankchef Kriwet mit Zahlen und Fakten die Veränderungen seit der Lehman-Brother-Banken-Pleite bis zur heutigen Unterkapitalisierung der europäischen Banken auf. Dabei wies er auf die großen psychologischen Effekte in der Finanzwelt hin. Der Börsenmarkt sei pessimistischer, als es bei der derzeitig recht ordentlichen Konjunktur der Fall sein müsste, so der Bankvorstand.

Mit Bezug auf die aktuelle Lage Griechenlands meinte Kriwet, dass man den Dominoeffekt bei einer Staatspleite nicht einschätzen könne. Aufgabe des Staates und der Banken müsse es sein, dem gegenzusteuern und das verloren gegangene Vertrauen in die Finanzmärkte zurückzugewinnen. Als Stabilitätsfaktoren sah Birger Kriwet die heimischen Volksbanken und Sparkassen die jedoch im Sog der Großbanken „jetzt ebenfalls vermehrt Vertrauensarbeit zu leisten haben“.

Nach dem Vortrag von Bankvorstand Birger Kriwet und der darauf folgenden kurzen Diskussion wurden die Sieger der Bezirkswettbewerbe im Kleinkaliber-, Luftgewehr- und Luftpistolenschießen geehrt. Mit dem Mittagessen endete das Treffen der Schützenvorstände.